CARPALTUNNEL-SYNDROM
idiopathisches, sekundäres Carpaltunnel-Syndrom

ICD 10: G56.0 Carpaltunnel-Syndrom

Von einem Carpaltunnel-Syndrom sind Frauen 2,2 mal häufiger betroffen als Männer. Das Carpaltunnel-Syndrom tritt statistisch gesehen erst im fortgeschrittenen Alter auf (Mittelwert bei 53 Jahren).

Beim Carpaltunnel-Syndrom handelt es sich um ein Kompressionssyndrom (= Krankheitszeichen bei zu starker Einengung) des Nervus medianus im Handwurzelkanal, hauptsächlich in der Nähe des Handgelenk s, infolge einer mechanischen Reizung.

Der sog. Canalis carpi (Handwurzelkanal) wird vom von Hand wurzel knochen und dem Retinaculum flexorum (= ein Halteband für die Seh n en) gebildet. Er enthält die Sehnen der Finger beuger und den Nervus medianus.

Das Carpaltunnel-Syndrom tritt in zwei Formen auf:

   a) idiopathisches (= als krankhafter Zustand selbständig, also ohne erkennbare Ursache entstanden) Carpaltunnel-Syndrom

   b) sekundäres (= auf eine Vorschädigung, auf eine Vorerkrankung zurückzuführendes) Carpaltunnel-Syndrom, hpts. infolge:

Die Beteiligung der endokrinen (= Drüsen betreffenden) Faktoren läßt vermuten, daß an der Ausbildung des Carpaltunnel-Syndrom s das sympathische Nervensystem wesentlich beteiligt ist. Dies deckt sich mit unserer Erfahrung, daß wiederholte Plexus brachial is-Blockaden (siehe unten) sehr viel bessere Resultate als selektive Medianus-Blockaden aufweisen. Die selektive Blockade des Nervus medianus eignet sich aber zur Diagnostik.

Beim Carpaltunnel-Syndrom klagen die Patienten über Brennschmerzen in der (mehr mittleren) Hand und des angrenzenden Unterarm es, vor allem bei Dorsalflexion (= Überstreckung der Han d). Der Schmerz kann bis zur Schulter ausstrahlen. 
Je nach Ausmaß der Störung treten
Hypästhesien und Parästhesien (= herabgesetzte Empfindung und Mißempfindungen), Kältegefühl und Hyperhidrose (= übermäßige Schweißbildung), später auch Atrophie (= Gewebsschwund) der Daumen ballen muskulatur (Abduktor-Opponens-Atrophie) hinzu.
Der brennende Schmerzcharakter gibt manchmal Anlaß zur Verwechslung mit einer Kausalgie.

Apparative Diagnostik beim Carpaltunnel-Syndrom:

Zum Ausschluß hormonaler Faktoren sollte eine endokrinologische (= die Hormondrüsen betreffende) Abklärung erfolgen.

Darüber hinaus bei Verdacht auf ein Carpaltunnel-Syndrom (idiopathisches und sekundäres) evtl. noch Ultraschall, CT, MRT und medizinisches Labor (Diabetes mellitus?, Gicht? rheumatische Krankheiten?)

In die differentialdiagnostischen Erwägungen (= was außer einem Carpaltunnel-Syndrom sonst noch an Krankheiten infrage kommt) müssen unbedingt die Dupuytren-Kontraktur (= Zwangsbeugung der Finger infolge Hüllgewebsschrumpfung) und das Pseudo - Carpaltunnel-Syndrom, bei dem die Seh n e des Muskel s flexor digitorum den Nerv komprimiert, mit einbezogen werden.

Therapie beim Carpaltunnel-Syndrom:

Nicht wenige Patienten kommen zum Schmerztherapeut oder in die Schmerzklinik, weil trotz Carpaltunnel-Syndrom -Operation weiterhin ein starker Schmerz besteht. Es hat sich gezeigt, daß auch in dieser Situation die kontinuierlichen Blockade des Plexus brachialis in vielen Fällen sehr hilfreich ist. Dieser Aspekt wirft doch die Frage auf, warum diese Behandlung des Carpaltunnel-Syndrom s nicht schon vor der Operation versucht wurde ??

Methodenbeschreibung
Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika)
kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der erwünschten Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung), sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (= unwillkürliches Nervensystem) mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht). Die daraus resultierende Sympathikolyse (= gefäßerweiternde Wirkung) führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen (z.B. Sehnenscheidenentzündung) oder degenerativen Schmerzursache schon fast kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. 
Auch bei Verwachsungen (z.B. nach Operationen) ist die sympathikolytische Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen
(= mit herabgesetztem, verminderten Stoffwechsel einhergehende) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Plexus brachial is (= Armnervengeflecht) mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarmes, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schulter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog. Schmerzgedächtnis löschen, auch beim schmerzhaften Carpaltunnel-Syndrom.

Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:
www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de

 k u 3.1.06 www.carpaltunnel-syndrom.de


<strong>Carpaltunnel-Syndrom</strong>